Evangelische Krankenhäuser…

innovative Spitzenmedizin.

Evangelische Krankenhäuser…

starke Partner im Versorgungsnetzwerk.

Evangelische Krankenhäuser...

werteorientiert und wettbewerbsstark.

Evangelische Krankenhäuser…

Seelsorge für ein würdiges Sterben.

Evangelische Krankenhäuser…

verstehende Kommunikation.

Evangelische Krankenhäuser…

engagiert und glaubensstark.

Evangelische Krankenhäuser…

interprofessionelle Pflege.

Evangelische Krankenhäuser…

wirtschaftliche Solidität.

Evangelische Krankenhäuser…

ganzheitlich Patienten orientiert.

Evangelische Krankenhäuser…

modernes Management.

Evangelische Krankenhäuser…

respektvolle Lebensbegleitung.

Evangelische Krankenhäuser…

ausbildungsstark in Medizin und Pflege.

Evangelische Krankenhäuser…

umfassende Zuwendung.

Evangelische Krankenhäuser...

Qualität in Menschlichkeit und Medizin.

Evangelische Krankenhäuser…

zukunftssichere Versorgung.

Evangelische Krankenhäuser…

christliche Nächstenliebe.

 
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Losungstext:
Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.
Psalm 12,7
Lehrtext:
Ihr scheint als Lichter in der Welt, dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens.
Philipper 2,15-16
 
 

Forderung nach Anschubfinanzierung für demenzsensible Krankenhausversorgung

Berlin, 18. September 2017: Anlässlich der bundesweiten Woche der Demenz 2017 fordert der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) 600 Millionen Euro Anschubfinanzierung zur Errichtung demenzsensibler Strukturen und Prozesse in der Krankenhausversorgung. Die Woche der Demenz findet in diesem Jahr vom 18. bis 24. September statt. Ziel der Aktion ist es, über die Erkrankung aufzuklären und auf die speziellen Bedürfnisse demenzkranker Menschen sowie ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen. Der DEKV hat im Frühjahr 2017 ein eigenes Projekt zum Thema Demenz initiiert, um mittels Wissenstransfer und Good Practice-Beispielen die Qualität der demenzsensiblen Versorgung in seinen Mitgliedseinrichtungen nachhaltig zu optimieren.

„Der demografische Wandel hat zur Folge, dass wir in der Zukunft immer mehr hochbetagte und demenzkranke Patienten im Krankenhaus versorgen werden. Demenzerkrankungen bringen für die Betroffenen und ihr Umfeld immense körperliche und auch seelische Belastungen mit sich. Evangelischen Krankenhäusern ist es ein wichtiges Anliegen, diese Patienten und ihre Angehörigen fachlich und menschlich optimal zu versorgen“, sagt der DEKV-Vorsitzende Christoph Radbruch. „Wir begrüßen, dass sich auch die Politik verstärkt den Bedürfnissen älterer und multimorbider Patienten widmet – die Erprobung von Qualitätsverträgen in sensiblen Bereichen wie der Prävention des postoperativen Delirs älterer Patienten ist ein gutes Beispiel dafür. Aber die Kliniken brauchen auch eine verlässliche und ausreichende Finanzausstattung, um demenzsensible Infrastrukturen einzurichten und die Mitarbeitenden aller Bereiche für den Umgang mit demenzkranken Patienten zu schulen. Evangelische Kliniken finanzieren diese Leistungen momentan aus eigenen Mitteln, die aktuell nicht ausreichend refinanziert sind. Deshalb fordern wir eine bundesweite Anschubfinanzierung in Höhe von 600 Millionen Euro für alle Krankenhäuser, die sich in der Versorgung demenzkranker Patienten verstärkt engagieren wollen“, betont Radbruch.

Empfehlungspapier des DEKV für demenzsensible Krankenhäuser
Im Rahmen des DEKV-Projektes „Wissenstransfer: Demenzsensibles Krankenhaus“ hat der DEKV im Mai 2017 eine Fachtagung durchgeführt, bei der sich Praktiker und Experten aus evangelischen Krankenhäusern austauschen und Good Practice-Beispiele vorstellen konnten. Schwerpunktthemen waren die medizinische und pflegerische Versorgung demenzkranker Patienten, die Prävention und Diagnostik des Delirs bei älteren Patienten sowie die Kommunikation unter den Mitarbeitenden im Krankenhaus. Darüber hinaus veröffentlichte der DEKV das Empfehlungspapier „Auf dem Weg zu einem demenzsensiblen Krankenhaus“, um demenzsensible Strukturen in evangelischen Krankenhäusern zu etablieren und die Versorgungs- sowie Arbeitsqualität weiter zu verbessern. Das Projekt wurde gefördert von der Robert Bosch Stiftung.

DEKV-Empfehlungspapier „Auf dem Weg zum demenzsensiblen Krankenhaus“

(mehr)

 
 

 

DEKV-Jahrestagung: Jetzt anmelden und „Krankenhaus neu denken“

Berlin, 4. August 2017. Reformation bedeutet Erneuerung und Veränderung – eine Notwendigkeit nicht nur für Kirchen, sondern auch für konfessionelle Kliniken, damit sie unter veränderten Rahmenbedingungen ihren Versorgungsauftrag erfüllen und ihren Leitwerten treu bleiben können. Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband nimmt diese Herausforderung an: Unter dem Motto „Reformation verpflichtet! – Krankenhaus neu denken“ findet vom 11. bis 12. September 2017 in Hannover die Jahrestagung der evangelischen Krankenhäuser Deutschlands statt.

Für Infomationen zum Programm und zur Anmeldung klicken Sie:

DEKV-Jahrestagung 2017: Programm und Anmeldung

Im Rahmen einer öffentlichen Abendveranstaltung am 11. September in der Marktkirche diskutieren prominente Gäste wie die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Cornelia Rundt, und der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, über die Frage, warum kirchliche Krankenhäuser in der heutigen Zeit gebraucht werden und welchen besonderen Beitrag sie für das Patienten- und Gemeinwohl leisten. Das Tagungsprogramm am 12. September steht unter dem Motto „Krankenhaus neu denken“. Experten wie der bekannte Neurobiologe und Buchautor Gerald Hüther sowie Renate Radon, in der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland zuständig für den öffentlichen Sektor, präsentieren ihre Vorstellungen über ein neues Verständnis von Krankenhäusern und über die Chancen der Digitalisierung für eine zukunftsfähige patientenorientierte Versorgung.

Integriert in die Jahrestagung findet das DEKV-Forum „YoungProfessionals“ statt, in dem Nachwuchskräfte aus allen Arbeitsbereichen des Krankenhauses ihre Erfahrungen in Ausbildung und Berufsleben thematisieren. Das Forum bietet für die jungen Mitarbeitenden eine Plattform, um ihre ganz eigenen Vorstellungen zu der Frage einzubringen, wie sich „Krankenhaus neu denken“ lässt. Die zentralen Überlegungen der teilnehmenden Nachwuchskräfte werden am Nachmittag des 12. September in einem gemeinsamen Plenum mit den anderen Kongressteilnehmern präsentiert. Weitere Vorab-Informationen zum Forum „YoungProfessionals“ stehen auf der Website yp.dekv.de bereit.

Programm und Anmeldung zur Jahrestagung und zum Forum "YoungProfessionals":
Hier finden Sie alles Wissenswerte zum Programm der DEKV-Jahrestagung und des Forums „YoungProfessionals“ sowie zur Anmeldung.

Medienvertreter, die Interesse an einer Akkreditierung haben, wenden sich gerne die DEKV-Pressestelle.

(mehr)

 

Nachwuchskräfte haben etwas zu sagen – im DEKV-Forum „YoungProfessionals“

Berlin, 30. Juni 2017. Junge Menschen starten oft hoch motiviert in ihre Ausbildung oder ihre anschließende Berufstätigkeit. Voller Idealismus und Tatendrang gehen sie ihre Aufgaben an – doch oftmals werden sie allzu früh mit demotivierenden Strukturen und Verhaltensweisen konfrontiert, werden nicht angehört oder ausgebremst. Solche Situationen kennen die meisten Berufsanfänger, unabhängig davon, in welchem Bereich sie arbeiten. Meist geschieht das unbewusst, unbemerkt und völlig ohne Absicht. Gerade deswegen ist es aber so wichtig, die Menschen im Arbeitsalltag hierfür zu sensibilisieren und zu verdeutlichen, wie gewinnbringend es sein kann, Nachwuchskräften zuzuhören und ihre Erfahrungen ernst zu nehmen. Der DEKV unterstützt dies mit seinem Forum „YoungProfessionals“ im Rahmen der Jahrestagung am 11. und 12. September 2017 in Hannover.

Die medizinische und pflegerische Versorgung im Krankenhaus ist ein besonders sensibles Tätigkeitsfeld. Qualitativ hochwertige Arbeit, fachliche Expertise, aber auch menschliche Zuwendung sind wichtig, oft sogar überlebenswichtig für die Patienten. Jeder Fehler, jede ungünstige Routine, die sich unbemerkt einschleicht, kann empfindliche Auswirkungen auf das Wohlergehen der Patienten sowie der Mitarbeiter haben. Nachwuchskräfte in Medizin, Pflege und Verwaltung können hier mit Leichtigkeit eine Kompetenz einbringen, die langjährigen Mitarbeitern oft schwerer fällt: einen unverfälschten, frischen Blick. Prozesse, Strukturen, Haltungen und Verhaltensweisen werden angeschaut, hinterfragt und diskutiert – ein unschätzbarer Quell der stetigen Erneuerung.

Im Jubiläumsjahr der Reformation dreht sich bei der DEKV-Jahrestagung alles um die Frage, wie sich „Krankenhaus neu denken“ lässt. In einer PeerGroup haben sich mehrere Nachwuchskräfte aus evangelischen Krankenhäusern erste Gedanken gemacht, wie es jungen Mitarbeitern gelingen kann, im besten Sinne „Musterbrecher“ zu werden und sich selbstbewusst und konstruktiv in den Klinikalltag einzubringen. Mehrere Themenblöcke und Workshops im Rahmen des Forums "YoungProfessionals" bieten den Teilnehmern am 11. und 12. September in Hannover die Gelegenheit, ihre Erwartungen, Erfahrungen und Fragen gemeinsam zu diskutieren. Anschließend präsentieren die YoungProfessionals ihre Ergebnisse den Kongressteilnehmern und bekommen auf diese Weise die Chance, eine Vielzahl langjähriger Mitarbeiter und Führungskräfte aus evangelischen Krankenhäusern mit ihren Botschaften zu erreichen. Der DEKV freut sich auf einen lebendigen Austausch!

Alle Informationen zur Veranstaltung sowie einen Blog und Neuigkeiten für Nachwuchskräfte im Krankenhaus stehen auf der Website yp.dekv.de bereit.

(mehr)

 

„Selbstbestimmung demenzkranker Patienten bewahren“

Berlin, 9. Mai 2017. Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband fördert mit einem Empfehlungspapier die Etablierung demenzsensibler Strukturen in seinen Mitgliedskrankenhäusern. Unter Mitwirkung einer Expertengruppe präsentiert der Verband sechs zentrale Überlegungen, die für demenzsensible Krankenhäuser unverzichtbar sind. Das Empfehlungspapier beschreibt, wie Mitarbeitende geschult und Prozesse gestaltet werden müssen, um für demenzkranke Patienten ein Höchstmaß an Selbstbestimmung zu erhalten und Komplikationen wie einem postoperativen Delir vorzubeugen. Darüber hinaus skizziert das Dossier Qualitätskriterien, die für eine demenzsensible Krankenhausbehandlung herangezogen werden können.

„Die Selbstbestimmung demenzkranker Patienten zu bewahren, ist eine zentrale und zunehmend wichtige Aufgabe für Krankenhäuser. Menschen mit Demenz können nicht wie andere Patienten behandelt werden – sie brauchen mehr Aufmerksamkeit, mehr Zeit und speziell geschulte Mitarbeitende in Medizin und Pflege, die sich mit ihren besonderen Bedürfnissen auseinandersetzen“, sagt der Vorsitzende des DEKV, Christoph Radbruch, und verweist auch auf die Refinanzierung der Leistungen: „Im DRG-System besteht an dieser Stelle dringender Nachbesserungsbedarf.“ Darüber hinaus könnten demenzsensible Strukturen und Prozesse auch Qualitätskriterien sein: „Faktoren wie eine verständnisorientierte Kommunikation, das Erkennen und adäquate Behandeln von Schmerzen und die Förderung der Lebensqualität müssen die vorhandenen Qualitätsindikatoren ergänzen. Dafür werden wir uns auch weiterhin einsetzen“, betont der DEKV-Vorsitzende.

Der DEKV engagiert sich mit dem Projekt „Wissenstransfer: Demenzsensibles Krankenhaus“ für die Etablierung demenzsensibler Strukturen in seinen Mitgliedseinrichtungen. Im Rahmen der Fachtagung „Nichts vergessen? – Auf dem Weg zum demenzsensiblen Krankenhaus“ am 9. und 10. Mai 2017 in Berlin veröffentlicht der Verband sein Empfehlungspapier dazu. Im Strategieforum am ersten Kongresstag diskutiert der DEKV mit mehr als 100 Teilnehmern aus Krankenhäusern, Politik, Wissenschaft und Patientenorganisationen die Herausforderungen einer demenzsensiblen Versorgung im Spannungsfeld politischer Vorgaben und wirtschaftlicher Notwendigkeiten. Am 10. Mai stellen evangelische Kliniken ihre Modellprojekte und Best Practice-Beispiele vor.

„Mit dieser neuen Plattform möchten wir den kollegialen Austausch unter evangelischen Krankenhäusern fördern, um gute Ideen und innovative Ansätze in die Breite der Krankenhausversorgung zu bringen“, unterstreicht Radbruch. „Eine hochwertige Versorgung vulnerabler Patienten ist den Krankenhäusern in christlicher Trägerschaft ein wichtiges Anliegen. Deshalb bemüht sich der DEKV verstärkt um Lösungen und politische gangbare Wege auch für eine sektorenübergreifende Versorgung.“ 

Das Projekt „Wissenstransfer: Demenzsensibles Krankenhaus“ wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Kooperationspartner ist die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Schirmherr des Projektes ist der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigte für Pflege, Karl-Josef Laumann.

Download_DEKV-Empfehlungspapier_Demenzsensibles_Krankenhaus

(mehr)

 

Halbherziger Reformkompromiss

Berlin, 10.04.2017: Der lange Weg zur Pflegeberufereform ist noch nicht zu Ende. Ein Gutes wenigstens hat der jetzt gefundene Kompromiss auf den sich Unionsfraktionen und SPD auf den letzten Metern dieser Legislaturperiode doch noch geeinigt haben: Ein bisschen Reform wird auf den Weg gebracht. Ein Zurück hinter die Generalistik wird es nicht geben. - Die Entscheidung, ob die drei bisher getrennten Pflegeberufe und -ausbildungen durch eine neue gemeinsame Ausbildung und ein neues Berufsbild von Pflege, die sich unterschiedlich ausdifferenziert, abgelöst werden, fällt frühestens in acht Jahren. Sie wird von den Auszubildenden selbst getroffen, indem diese sich mehrheitlich für den generalistischen Abschluss entscheiden oder nicht. Der Politik fehlte anscheinend der Mut und ihr fehlte die Kraft, diese Entscheidung selber zu treffen. Das ist bitter, aber es spiegelt die Realität wieder. 

Die miteinander streitenden Positionen bestanden nicht zwischen den Koalitionspartnern, sondern waren jeweils in den eigenen Reihen zu lokalisieren. Der jetzt ausgehandelte Kompromiss bedient vor allem Partikularinteressen. Betreiber von Altenpflegeheimen können vorerst weiter mit niedriger entlohnten Fachkräften rechnen. Pädiater setzen weiterhin auf speziell, und deshalb angeblich besser ausgebildete Fachkräfte. Über die eindeutig und in beeindruckender Geschlossenheit vorgetragenen fachlichen und professionellen Argumente der Pflegenden selbst und ihrer Verbände sowie der Pflegewissenschaften setzt sich der Kompromiss dagegen hinweg.

Immerhin, der Einstieg in die Generalistik ist geschafft. Jedenfalls für die Gesundheits- und Krankenpflege. Die entsprechende Ausbildung wird künftig zur Berufsausübung in sämtlichen Tätigkeitsfeldern der Pflege qualifizieren und entsprechend vielfältige Berufsperspektiven eröffnen. Sie wird auch im europäischen Rahmen anschlussfähig sein. Beides wird auf die künftige Alten- und Kinderkrankenpflege nicht zutreffen. Man darf vermuten, dass das für die Attraktivität der spezialisierten Abschlüsse nicht förderlich sein wird. Entsprechend wird man diesen eine Entwicklung zu Auslaufmodellen vorhersagen können. Vermutlich wird es so weit sein nach der 2025 anstehenden Evaluation, wenn geprüft werden wird, wie viele Auszubildende sich für den generalistischen Abschluss entschieden haben.

Vorgesehen ist ab 2019 eine zunächst zweijährige generalistische Ausbildung, ehe dann nach einem weiteren Jahr ein generalistischer Abschluss oder ein spezialisierter Abschluss in der Alten- oder Kinderkrankenpflege erworben wird. Die zweijährige Ausbildungsphase soll durch eine Zwischenprüfung abgeschlossen werden, die zum Einsatz als Pflegeassistenz in allen Arbeitsbereichen qualifiziert. Damit ist jedoch bisher kein bundesweit anerkannter und insofern auch kein berufsqualifizierender Abschluss verbunden, wie ihn das vom Deutschen Evangelischen Krankenhausverband und vom Katholischen Krankenhausverband Deutschlands vorgeschlagene Konzept einer bundesweit anerkannten Assistenzausbildung vorsieht.

Ein weiterer Schwachpunkt der mit dem jetzigen Kompromiss angedachten zweijährigen Ausbildung: Sie differenziert weder hinsichtlich der Anforderungen noch hinsichtlich der Ausbildungsinhalte und der Ausbildungsziele nach unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen, Begabungen und Kompetenzen einerseits sowie künftigen beruflichen Anforderungen und unterschiedlichen Verantwortlichkeiten andererseits. Konkret ist zu befürchten, dass Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss überfordert werden oder die Anforderungen im dritten Ausbildungsjahr massiv erhöht werden müssen, um die über die Qualifizierung zur Assistenz hinaus erforderlichen Kompetenzen zu vermitteln.

Der lange Weg zur Pflegeberufereform ist noch nicht zu Ende. (NG)

(mehr)

 

Gute Pflege verlangt genügend Fachkräfte – aber woher nehmen?

Berlin, 20.02.2017. Das Gegenteil von gut ist vielfach gut gemeint. Das scheint auch für die aktuell heiß diskutierten verbindlichen Vorgaben für den Einsatz von Pflegefachkräften in den deutschen Krankenhäusern zuzutreffen. Denn Vorgaben lassen sich leicht formulieren und vorschreiben – ohne Rücksicht darauf, ob sie überhaupt eingehalten werden können. In dieser Hinsicht aber stellt der akute Fachkräftemangel bereits ein größeres Problem dar als die ungesicherte Finanzierung zusätzlicher Stellen. Von daher erfordern verbindliche Anhaltszahlen notwendig und mit Priorität nachhaltige Maßnahmen zur Überwindung des Fachkräftemangels sowie Sicherstellung der Finanzierung des Personaleinsatzes.

Ohne Zweifel hat die Arbeitsverdichtung in den deutschen Kliniken gerade für das Pflegepersonal in den letzten Jahren massiv zugenommen. Im internationalen Vergleich sind die Stationen deutscher Kliniken mit deutlich weniger Pflegefachkräften besetzt als anderswo. Die Zahl der Überlastungsanzeigen steigt. Dass die Versorgungsqualität sich trotzdem auf hohem Level bewegt, muss allerhöchsten Respekt abnötigen. Damit dieser Level aber gehalten werden kann, muss dringend etwas geschehen, fordern Experten seit langem.

Erforderlich ist zweierlei: Zum einen müssen die Arbeitsabläufe und Prozesse weiter verändert werden mit dem Ziel, die Pflegekräfte zu entlasten und Zeit-, Ressourcen- und Motivationsfresser zu vermeiden. Der Dokumentationsaufwand etwa muss nachhaltig reduziert werden. Und das Potenzial digitaler Instrumente und Prozesse muss entschlossen genutzt und ausgeschöpft werden.

Doch das allein reicht nicht. Wir brauchen mehr Menschen, die sich motiviert und qualifiziert auf unterschiedlichen Kompetenz- und Verantwortungsniveaus der immer komplexer und anspruchsvoller werdenden Versorgung der zunehmend älter werdenden Patientinnen und Patienten widmen und es dabei auch an menschlicher Zuwendung nicht fehlen lassen.

Vor allem unter dem Gesichtspunkt der Risikominimierung, der Vermeidung von Überlastung und der Reaktionsfähigkeit auf außergewöhnliche Anforderungen sollte in bestimmten Versorgungskonstellationen immer genügend Personal zur Verfügung stehen. Entsprechende, von der Zahl eingesetzter Fachkräfte abhängige Wirkungszusammenhänge sind vielfach nachgewiesen und finden ihren Ausdruck z.B. in sogenannten Nurse-to-Patient-Ratios. Unter Verweis auf internationale Vorbilder, wie sie etwa eine aktuelle, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie darstellt, wird die verpflichtende Vorgabe entsprechender Anhaltszahlen nun auch für deutsche Kliniken gefordert.

Solche Vorgaben greifen aber zu kurz, wenn die zu ihrer Umsetzung benötigten Fachkräfte am Arbeitsmarkt oder in der Region überhaupt nicht zur Verfügung stehen. Kliniken, die die Vorgaben aus diesem Grunde nicht oder nicht kurzfristig erfüllen können, müssten die Versorgung betroffener Patienten einstellen oder einschränken. Und es ist keineswegs ausgemacht, dass andere Kliniken in erreichbarer Entfernung einspringen könnten. Vielmehr wären Versorgungsengpässe und –ausfälle programmiert. Und das umso mehr, wenn etwaige Vorgaben pauschal und undifferenziert ausgestaltet wären.

DEKV-Pressestatement zum Thema Personalbedarfsbemessung

(mehr)

 

Evangelische Krankenhäuser in Deutschland:





STANDORTSUCHE
Karte