Der Gesundheit dienen und Geld verdienen?
Berlin, 14. Mai 2013. – Eine gute Ökonomie, d. h. ein verantwortungsbewusster und zielführender Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen, ist ein Qualitätsmerkmal eines guten Gesundheitswesens. Dazu bedarf es jedoch auch ausreichender Ressourcen. Deren Höhe bemisst sich nicht zuletzt daran, welchen Output, welche Versorgungsqualität man dafür erwartet. Das deutsche Gesundheitswesen, nicht zuletzt die Krankenhausversorgung, zählt unbestritten zu den besten der Welt. Dennoch stehen seine Akteure augenblicklich unter Verdacht, weniger dem Wohl ihrer Patientinnen und Patienten zu dienen als der Bilanz des eigenen Unternehmens und den Gewinnerwartungen seiner Eigentümer oder dem eigenen Vorteil.
Die Diskussion um medizinisch nicht notwendige, finanziell aber lukrative Operationen und diagnostische Leistungen reißt nicht ab. Ärzte und Patientenvertreter machen die Ökonomisierung des Gesundheitswesens dafür verantwortlich. Kassenvertreter fordern einen Paradigmenwechsel und den Umstieg auf eine qualitätsabhängige Vergütung. Politiker wollen auf Wettbewerb und Einspardruck im Krankenhausbereich nicht verzichten, um die Versorgung dadurch effizienter zu machen. Alle haben in gewisser Weise Recht. Doch an der Erkenntnis führt kein Weg vorbei: Wer zu wenig Mittel ins System gibt – was überhaupt nichts damit zu tun hat, dass es sich um jedes Jahr steigende Milliardenbeträge handelt -, muss sich nicht wundern. Wer glaubt, dass der dadurch ausgelöste Kampf ums wirtschaftliche Überleben dazu führen wird, dass die wirklich bedarfsnotwendigen und zudem qualitativ besten Krankenhäuser „am Markt bleiben“, die ihre Leistungserbringung zudem auch noch ethisch vorbildlich nur am Patientenwohl ausrichten, gibt sich Illusionen hin und handelt verantwortungslos.
In Talkrunden sind sich alle einig, dass die Gesundheits- und speziell die Krankenhausversorgung als solidarische, dem Allgemeinwohl verpflichtete Daseinsvorsorge und nicht als normale, von Gewinnerwartungen getriebene, „marktförmige“ Gesundheitswirtschaftsbranche zu organisieren ist. In der nächsten Legislaturperiode sind deshalb tiefgreifende Veränderungen vor allem am System der Krankenhausfinanzierung, aber auch im Bereich der Krankenhausplanung nötig. Offenkundige Fehlentwicklungen müssen korrigiert werden. Patienten müssen wieder darauf vertrauen können, dass an erster Stelle ihr Wohl steht und nicht der Druck, schwarze Zahlen schreiben oder das Gewinnstreben von Gesundheitsunternehme(r)n befriedigen zu müssen,. Ärzte und Pflegende müssen unter Rahmenbedingungen arbeiten können, die es ihnen erlauben, sich ohne Abstriche zum Wohle ihrer Patientinnen und Patienten einzusetzen, und die sie vor Überlastung und weiterer Arbeitsverdichtung schützen. Nicht zuletzt verdienen sie eine der Bedeutung dieses einzigartigen Dienstes an kranken Menschen gerecht werdende Honorierung ihrer Tätigkeit. Dazu braucht es ausreichende und besser als bisher verteilte Mittel und selbstverständlich hervorragende Ökonomie.
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Organspende ist Überzeugungssache
Berlin, 17. April 2013. Die Christlichen Krankenhäuser in Deutschland starten heute eine bundesweite Aktion mit dem Ziel, die persönliche Überzeugungsbildung zur Organspende zu fördern. Dazu werden in den über 600 Mitgliedskrankenhäusern 100.000 Flyer verteilt und Informations-Veranstaltungen durchgeführt. Diese bundesweite Aktion wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstützt. Darüber hinaus setzen sich die CKiD für transparente Strukturen und klare Regelungen im gesamten Umfeld von Organspende und Transplantationsmedizin ein, die jede Form von Missbrauch und ethisch fragwürdigen Vorgehensweisen wirksam ausschließen. Insbesondere dürfen hier keine Geschäfte gemacht werden können, weder von einzelnen Personen noch von Institutionen. Es bedarf wieder Vertrauen in der Bevölkerung und eine ethische Auseinandersetzung mit Organspende im Kontext von Leben und Tod.
Die persönliche Einstellung zur Organspende hängt entscheidend von der persönlichen Einstellung zu Tod und Sterben ab. Deshalb kann man sich mit guten Gründen für oder gegen eine Organspende entscheiden. Und wenn man sich noch nicht festlegen will oder kann, ist das auch in Ordnung. Eine persönliche Entscheidung zu Lebzeiten erspart es aber den eigenen Angehörigen, womöglich einmal um ihre Zustimmung zur Entnahme von Organen gebeten zu werden. Die CKiD wollen durch ihre Aktion, Menschen dazu bewegen, das Gespräch über die Organspende mit ihren Angehörigen und in ihrem Lebensumfeld zu führen. Und sie wollen dazu beitragen, dass mehr Menschen einen Organspendeausweis ausfüllen und Klarheit schaffen, ob sie als Organspender zur Verfügung stehen oder nicht. Christliche Krankenhäuser leisten ihren Beitrag, dass mögliche Organspender identifiziert werden und Organe für Transplantationen zur Verfügung gestellt werden können. Dabei tragen sie dafür Sorge, dass auch in diesem Zusammenhang Menschen in Würde sterben und Angehörige von ihnen Abschied nehmen können. Auch Pflegende und Ärzte brauchen in diesen Situationen Unterstützung und Begleitung. In christlichen Kliniken stehen kompetente Gesprächspartner für Patienten, Besucher und Mitarbeiter zu Fragen der Organspende zur Verfügung.
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Lage der Krankenhäuser dramatisch!
Berlin, 4. Februar 2013. Im Wahljahr machen die deutschen Krankenhäuser mit einer gemeinsamen Kampagne „Wir alle sind das Krankenhaus!“ mobil und fordern eine faire Vergütung ihrer Leistungen. Die Politik zeigt sich weiterhin unbeeindruckt von Kostensteigerungen in den Kliniken von mehr als 4 %, von roten Zahlen bei mehr als einem Drittel der Krankenhäuser, von massivem Personalabbau und weiterer Arbeitsverdichtung. Statt dessen Entgeltsteigerungen von lediglich 2 %, gesetzlich verordneter Erlöskürzungen in Milliardenhöhe und wachsender, kostenträchtiger Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Qualität. Bund und Länder schieben sich dabei gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Leidtragende sind die Kliniken, ihre Beschäftigten und schließlich auch die Patienten.
In dieser Situation muten Vorschläge wie etwa der, die Ärzte sollten auf Tariferhöhungen zu Gunsten der Pflegenden verzichten, wie Hohn an. Auch der Hinweis auf Überkapazitäten, verbunden mit dem Vorschlag, kleine Krankenhäuser zu schließen oder in größere Verbünde zusammenzufassen, ist wenig hilfreich - entsprechende Umstrukturierungen sind längst in vollem Gange. Der DEKV setzt sich deshlab für eine nachhaltige Korrektur des Kostenorientierungswertes mit prospektiv Ausrichtung ein. Auch in diesem Jahr benötigen die Krankenhäuser zusätzliche Mittel, um insbesondere die absehbaren tarifbedingten Personalkostensteigerungen finanzieren zu können. Die den Krankenhäusern weiterhin abverlangten Erlöskürzungen, die mit der seinerzeit befürchteten Finanznot der Krankenkassen begründet wurden, sind angesichts der inzwischen angesammelter Milliardenüberschüsse der Kassen zurückzunehmen. Schließlich ist sicherzustellen, dass steigende Leistungszahlen einzelner Kliniken in einem Bundesland nicht zu automatisch sinkenden Entgelten für sämtliche Leistungen aller Kliniken in diesem Bundesland führen.
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Deutsche Pflegeausbildung wird europäischem Standard nicht gerecht!
Die evangelischen Krankenhäuser in Deutschland bedauern sehr, dass statt einer europaweiten Angleichung der Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildung – nämlich zwölf Jahre allgemeine Schulbildung - Deutschland weiterhin ein Sonderweg in Brüssel eingeräumt wird. Grund dafür ist, dass besonders in Deutschland die Frage der Pflegeausbildung rein quantitativ auf Arbeitskräfte reduziert wird. Das im Übermaß bemühte Argument des Fachkräftemangels begleitet jegliche Reformdiskussion der pflegeberuflichen Bildung seit 1965. Aber gerade wegen dem Fachkräftemangel braucht es heute innovativere Strategien und den gesellschaftlichen Willen, die Pflegeausbildung auf verlässliche und attraktive Grundlagen zu stellen.
In der Diskussion der letzten Wochen werden der tatsächliche Bedarf in der gesundheitlichen Versorgung und die Qualifikationserfordernisse in der Pflege ignoriert. Die Bundesländer haben dies bereits erkannt und zahlreiche Modellprojekte erfolgreich erprobt, die einen Mix von Pflegeausbildung und Studium kombinieren, um den veränderten Anforderungen in den Arbeitsfeldern und damit dem erhöhten Qualifikationsdruck in der Praxis gerecht zu werden. Um ausreichend kompetente Interessierte für die Ausbildung zu gewinnen, gehen zahlreiche Ausbildungsstätten Kooperationen mit Hochschulen ein. Ziel ist es, mit den ausbildungsbegleitenden Studiengängen eine höhere Attraktivität des Berufes zu erreichen. Für zunehmende Steuerungsaufgaben und Beratungstätigkeiten der Pflege in allen Arbeitsbereichen brauchen Einrichtungen und Dienste die „besten“ Schulabgänger. Die wiederum benötigen attraktive Perspektiven, damit sie den Pflegeberuf Berufsbildern anderer Branchen vorziehen.
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Mengendynamik sachgerecht steuern
Berlin, 15. Januar 2013: Seit der Einführung des DRG-Systems steigt die Zahl der erbrachten Leistungen beständig an. Das wird zunehmend zum Problem für die Finanzierung der stationären Versorgung. Dabei sind Kliniken wegen eines fatalen Systemfehlers geradezu gezwungen, ständig mehr Leistungen zu erbringen, wenn sie kostendeckend arbeiten wollen. Plankrankenhäuser müssen sich jedoch auch ohne ständige Leistungssteigerungen bedarfsgerecht refinanzieren können. Die Christlichen Krankenhäuser in Deutschland (CKiD) legen besonderen Wert auf die medizinisch und ethisch einwandfreie Behandlung und Beratung der Patienten.
Diagnostik- und Behandlungsleistungen, die für die Klinik ökonomisch vorteilhaft sein mögen, aber medizinisch nicht angezeigt sind, stehen dazu im Widerspruch. Um Patienten davor zu schützensind besondere Vorkehrungen für eine eindeutig am Patientenwohl ausgerichtete Versorgung zu treffen. Das kann z. B. die Empfehlung einer zweiten Meinung sein oder der klare Rat für einen zunächst konservativen Behandlungsweg. Darüber hinaus gilt in den Krankenhäusern auch hier das Mehraugenprinzip. Die optimale Patientenberatung darf zu keinem Zeitpunkt hinter wirtschaftlichen Interessen von Chefärzten oder Kliniken zurücktreten. Eine Untersuchung des Deutschen Krankenhausinstituts zu den Hintergründen des Anstieges von Krankenhausleistungen kommt i. Ü. zu dem Ergebnis, dass die demographische Entwicklung und die Morbiditätsentwicklung im Zusammenwirken mit dem medizinischen Fortschritt die Leistungsentwicklung in der stationären Versorgung überzeugend erklären. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass gerade in den viel zitierten Leistungsbereichen Hüft- und Kniegelenkersatz die Leistungsentwicklungen seit einigen Jahren stagnieren. Gemessen an der heute viel größeren Zahl älterer Menschen ist die Häufigkeit dieser Leistungen sogar rückläufig.
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Süßer die Kassen nie klingeln…
Berlin, 6. Dezember 2012: Nach Angaben des Bundesgesundheits-Ministeriums sind die Finanzreserven der Krankenkassen zum Ende des 3. Quartals 2012 auf 14 Mrd. € angestiegen, die Reserven des Gesundheitsfonds auf 9,5 Mrd. €. Mit einem weiteren Anstieg zum Jahresende ist zu rechnen. Auf der anderen Seite können wir nur erstaunt feststellen: dasselbe Statistische Bundesamt, das für die Krankenhäuser einen Orientierungswert von 2 % errechnet hat, der die Kostenentwicklung 2011/12 abbilden soll, stellt dieser Tage amtlich fest, dass die Kosten der Krankenhäuser im Jahr 2011 um 4,4 % gestiegen sind. Krankenhäuser sind nicht der Nikolaus für die Krankenkassen. Sie sind Akteure eines Solidarsystems mit dem Auftrag, den Bürgern die medizinische Versorgung zu bieten. Sie sind darauf angewiesen, dass die Gesellschaft sie nicht auf den damit verbundenen Kosten sitzen lässt.
Die Krankenhäuser aber müssen sich auf das härteste Jahr seit langem einstellen: Anhaltende Kürzungen ihrer Vergütungen, maximal um 2 % steigende Preise für ihre Leistungen, bei gleichzeitiger Inflationsrate von über 2 % und absehbaren Kostensteigerungen im Klinikbereich von über 3 %. Pflegende und Therapeuten, Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern erbringen täglich Leistungen auf höchstmöglichem Qualitätsniveau. Gesellschaftliche Solidarität und Wertschätzung für die vielen hoch qualifizierten und motivierten Menschen, die sich in den Kliniken für kranke Menschen einsetzen, gebieten es, diese und ihre Leistungen angemessen zu honorieren. Hier aber verweigern sich Krankenkassen und Politik – und kündigen die Solidarität auf. Damit verraten sie die Interessen der Versicherten wie der Bürgerinnen und Bürger.
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BAG bestätigt Dritten Weg – einschließlich Gewerkschaftsbeteiligung + Streikverbot
Berlin, 21. November 2012: Das Bundesarbeitsgericht hat gestern seine mit Spannung erwartete Entscheidung zur Zulässigkeit von Streiks in diakonischen Einrichtungen getroffen. Anlass waren u. a. Streiks und Streikaufrufe in evangelischen Krankenhäusern. Das BAG stellt mit erfreulicher Klarheit fest, dass der Dritte Weg, einschließlich seines Ausschlusses von Streiks, eine vollwertige, rechtlich nicht zu beanstandende Alternative darstellt. Darin unterscheidet er sich weiterhin gegenüber der Arbeitsrechtsregelung über Tarifverträge, dem Zweiten Weg, der Arbeitskampfmaßnahmen ausdrücklich zulässt. Die Erfurter Richter stellen an die kirchengemäße Arbeitsrechtssetzung aber Anforderungen, die erfüllt sein müssen, um einen Ausschluss des Streikrechts zu legitimieren.
Das Gericht hat das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen eindrucksvoll bestätigt. Das schließt die Arbeitsrechtssetzung im Rahmen des Dritten Weges ausdrücklich ein. Dabei ist aber den Gewerkschaften die Möglichkeit der Mitwirkung zu geben. Die Arbeitsrechtssetzung muss für die Mitgliedseinrichtungen verbindlich sein und als Mindestarbeitsbedingung den Arbeitsverträgen zu Grunde gelegt werden. - Die Gewerkschaften sind zur Mitwirkung im Rahmen des Dritten Weges eingeladen. Für eine Verweigerungshaltung besteht nach diesem Urteil kein Grund.
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Aus für Praxisgebühr – Entlastung an falscher Stelle
Berlin, 6. November 2012: Im neuen Jahr entfällt die Praxisgebühr und entlastet die Bürger. Doch das reicht nicht! Wo bleibt die Entlastung für die Krankenhäuser und ihre mehr als 1 Million Beschäftigten? Die Streichung der Praxisgebühr ist nicht Not wendig. Die anhaltenden Vergütungskürzungen aber gefährden immer mehr Krankenhäuser in ihrer Existenz. Die Kassen prosperieren zu Lasten der Kliniken. Ihre Überschüsse gehören auch den Krankenhäusern! Von besser finanzierten Kliniken profitieren die Bürger langfristig. Die Abschaffung der Praxisgebühr löst leider kein einziges der gewichtigen Probleme unseres Gesundheitssystems.
Dass die Krankenhäuser mit Kostensteigerungen zu kämpfen haben, die weit über den ihnen zugestandenen Vergütungen für ihre Leistungen liegen, lässt die verantwortlichen Politiker kalt. Die Anforderungen an die Kliniken und ihr Personal werden in jeder Hinsicht beständig höher geschraubt. Dass zugleich immer mehr Stellen abgebaut werden muss, weil dafür das Geld fehlt, interessiert offenbar nicht. Wer jedoch den Bürgern Spitzenmedizin verspricht, muss auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Die Kliniken und ihr Personal hätten dringend eine Entlastung in Gestalt einer auskömmlichen Finanzierung ihrer Leistungen verdient. Insolvente Kliniken, ausgebrannte Ärzte, demotivierte Pflegekräfte wären ein zu hoher Preis für Sparsamkeit am falschen Ort und Wohltaten ohne Augenmaß. (NG)
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Christliche Krankenhäuser bündeln Kräfte mit CKiD-Initiative
Berlin, 25. September 2012:Jedes dritte deutsche Krankenhaus wird in konfessioneller Trägerschaft geführt. Um auch politisch mehr Einfluss zu nehmen, verstärken der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) und der Katholische Krankenhausverband Deutschland (KKVD) unter dem Signet Christliche Krankenhäuser in Deutschland (CKiD) ihre gemeinsamen Aktivitäten. Auf der ersten gemeinsamen Jahrestagung am 25./26. September in Berlin stehen die Herausforderungen der sich rasant ändernden Krankenhauslandschaft in Deutschland im Fokus.
In der zur Jahrestagung in Auftrag gegebenen Prognos-Studie „Krankenhauslandschaft 2020“ werden zukünftige Herausforderungen für kirchliche Krankenhäuser skizziert. Sie liefert wichtige Parameter, wie christliche Krankenhausträger und –verbünde auch bis 2020 werteorientiert, innovativ und wettbewerbsstark aufgestellt sein müssen. In einer umfassenden Umfrage wurden Fachgespräche mit 121 Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern christlicher Krankenhäuser geführt. Durch die Studie konnten wichtige Grundlagen für die weitere Arbeit der CKiD gewonnen werden. „Mit der CKiD Initiative wollen wir Ziele und Modelle formulieren, in denen sich die Krankenhäuser vor Ort wieder finden. Damit stärken wir die Trägergruppe der christlichen Krankenhäuser in Deutschland ebenso wie das einzelne Krankenhaus“, erklären die Vorsitzenden von DEKV und KKVD, Manfred Witkowski und Theo Paul. „Der Wettbewerb erfordert die Leistungsangebote weiter zu entwickeln. Die Prognos- Studie liefert uns wichtige Ansätze, wie wir die Chancen nutzen, auch in Zukunft eine hervorragende medizinische und pflegerische Versorgung auf wirtschaftlich solider Grundlage zu gestalten.“ Zentrale Botschaft der Prognos-Studie: Um die Gesundheitsversorgung künftig sicher zu stellen, braucht es starke Verbünde, verbindliche Kooperationen und eine gestärkte Investitionskraft.
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3. DEKV Kongress mit jungen Zukunfts-Impulsen erfolgreich beendet.
Berlin, 27. Juni 2012: Mit einem beeindruckenden Abschlussplenum vor 1.000 Nachwuchskräften aller Pflegeberufe ging der 3. Kongress zukunft: pflegen + begleiten gestern im Berliner Congress Center erfolgreich zu Ende. Mit dem Start der Kampagne „Ausbilden: Jetzt!“ unter der Schirmherrschaft von Ulla Schmidt, Bundesgesundheitsministerin a. D., sowie zahlreichen weiteren Aktionen markiert der Kongress wichtige Impulse zur Veränderung politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen für die Pflege. "Wenn ich einen Hut aufhätte, würde ich ihn jetzt vor Ihnen ziehen." Mit diesen Worten leitete Prälat Dr. Bernhard Felmberg, Bevollmächtigter des Rates der EKD, das Abschlussplenum ein.
"Sie sind Hoffnungsträger für viele Menschen. Dafür möchte ich Ihnen im Namen der Evangelischen Kirche in Deutschland danken", sagte er voller Respekt für die Arbeit der Nachwuchskräfte. Bereits im Vorfeld hatte der 3. Kongress für Lernende und Studierende in Pflege und Assistenz große Aufmerksamkeit erfahren. Auch Bundespräsident Joachim Gauck wünschte den Teilnehmern einen interessanten und erfolgreichen Verlauf. Voller Energie und mit klarem Blick für die politischen Rahmenbedingungen und ihre Ausbildungssituation vor Ort erarbeiteten die Teilnehmenden an den folgenden Tagen in drei Open-Space Foren ein Manifest, dass auf dem Abschlussplenum unter großem Beifallsjubel vorgestellt wurde.
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3. DEKV Kongress für Nachwuchskräfte in der Pflege ist mit einer Kampagne „Ausbilden: Jetzt!“ erfolgreich gestartet!
Berlin, 25. Juni 2012:Vor über 1000 Teilnehmenden ist heute der 3. Kongress für Lernende und Studierende in Pflege und Assistenz, „zukunft: pflegen + begleiten“, im Berliner Congress Center gestartet. An den kommenden drei Tagen erarbeiten Nachwuchskräfte diakonischer Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet gemeinsam mit Experten aus Politik, Wissenschaft und verbänden ihre Visionen für eine bessere Pflege + Assistenz von morgen. Wir wollen der drastischen Verschlimmerung des Pflegenotstandes vorbeugen und startet gemeinsam mit den Diakonischen Werk der EKD und den diakonischen Fachverbänden BeB und DEVAP die Pflege-Kampagne „Ausbilden: Jetzt!“. Als Schirmherrin konnte Ulla Schmidt gewonnen werden. Der Kongress „zukunft: pflegen + begleiten“ setzt somit gleich zu Beginn ein starkes Zeichen für die bessere Pflege von morgen.
Nach einer Umfrage des Diakonischen Werkes der EKD zu den Bildungseinrichtungen der Diakonie besteht schon heute ein Überschuss von weit über 100 % mehr Bewerbern/-innen auf die vorhandenen Ausbildungsplätze in evangelischen Pflegeschulen und Einrichtungen. Es lässt sich nachweisen, dass das Potential nicht ausgeschöpft wird, weil Bewerber aufgrund zu wenig bewilligter und finanzierter Ausbildungsplätze nicht zum Zuge kommen. Bereits mit denen am Kongress beteiligten Ausbildungsstätten könnten heute weit über 5.000 junge Menschen zusätzlich für die Pflegeberufe ausgebildet werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein hoher Bewerberüberschuss besonders bei der Kinderkrankenpflege wie im ländlichen Raum der neuen Bundesländer genannt wird. Wir brauchen jedoch die Chance, jetzt für die Zukunft auszubilden, bevor dies nicht mehr möglich ist. Alle Akteure der Kampagne „Ausbilden: Jetzt!“ fordern deshalb, dass der Fachkräftemangel in der Pflege endlich eine gesetzliche Resonanz findet.
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Mehr Effizienz im System: Mehr Pflegepersonal in Kliniken!
Berlin, 21. 06.2012: Die knappe Personaldecke der Krankenhäuser gerade in der Pflege verhindert eine deutlich effizientere Versorgung. Diese bemerkenswerte Erkenntnis ist dem aktuellen Gutachten „Wettbewerb an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Gesundheits-Versorgung" des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen zu entnehmen. Das GKV-Versorgungsstrukturgesetz etwa verpflichtet die Krankenhäuser zu einem strukturierten Entlassungs-Management. Die Experten stellen jedoch fest: Die Potenziale, die dadurch für die Qualität und den Wettbewerb gehoben werden könnten, sind bislang größtenteils unerschlossen geblieben. Als eine wesentliche Ursache dafür machen sie aus: „Die personellen Ressourcen in der Pflege, sind in vielen Krankenhäusern zu knapp bemessen, um die Maßgaben des Nationalen Expertenstandards umzusetzen.“
In dieser Hinsicht ist die Kritik am gesundheitspolitischen Kurs der Bundesregierung, die den Einspardruck auf die Kliniken erhöht und damit weiteren Personalabbau in Kauf nimmt, nicht zu überhören. Der Gesundheitsminister sah sich bei der Präsentation des Gutachtens am 20. Juni zwar darin bestätigt, mehr Wettbewerb im Gesundheitssystem einzuführen. Allerdings plädieren die Sachverständigen für einen ordnungspolitisch bewusst gestalteten Qualitätswettbewerb. Dabei wird neben der „technischen Qualität der Behandlung“ und der „Umgebungsqualität“ der „Qualität der persönlichen Beziehungen zu dem medizinischen und pflegerischen Personal, die von Vertrauen und Kooperation geprägt sein sollte“, eine hohe Bedeutung beigemessen. Gerade sie spielt für Patienten eine große Rolle. - Wer am Personal spart, zumal am Pflegepersonal, spart jedenfalls an der falschen Stelle. Ob die politisch Verantwortlichen diese Botschaft hören und beherzigen?
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Gesundheitspolitische Entscheidungen auf christlicher Wertebasis treffen
Berlin, 08. Juni 2012: Auch dieses Jahr zeigen die beiden christlichen Krankenhausverbände wieder unter der Initiative „Christliche Krankenhäuser – zukunftsweisen menschlich“ Präsenz auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (Stand Nr. S 5). Werteorientierte Positionen sollen auch in Zukunft die Weiterentwicklung unseres Gesundheits- und Sozialwesens leiten. Aus dieser Perspektive beteiligen sich zahlreiche Vertreter christlicher Krankenhäuser an den gesundheitspolitischen Diskursen auf dem Hauptstadtkongress.
Der Kongress findet von Mittwoch, dem 13. bis Freitag, den 15. Juni 2012 im ICC Berlin statt. Erwartet werden wieder über 8000 Kongressbesucher. Über 600 Referenten werden in 180 Veranstaltungen diskutieren und etwa 200 Aussteller bieten Informationen, Kontakt- und Diskussionsmöglichkeiten. Der diesjährige Workshop der CKiD greift unter dem Titel „Organspende - mit guten Gründen nur freiwillig!“ ein aktuelles Thema auf. Der Workshop findet am 14. Juni 2012 um 11:15 im Raum 35 statt. Dr. Michael Coors, Theologischer Referent am Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG) an der Ev. Akademie Loccum, stellt die Frage, wie eine ethisch ausgewogene Information der Bürger aussehen sollte, die nicht nur die guten Gründe für, sondern auch gute Gründe gegen die Bereitschaft zur Organspende benennt.
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Zuweiserprämien – systembedingte Nebenwirkung?
Berlin, 24. Mai 2012: Laut einer aktuell veröffentlichten, vom GKV-Spitzenverband beauftragten Studie soll die Zahlung von „Fangprämien für Patienten“, obwohl verboten, „übliche Praxis“ sein. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat diese Darstellung zu Recht als böswillig und rufschädigend zurückgewiesen. Aus Einschätzungen von Befragten auf entsprechende Tatsachen zu schließen, ist unseriös. Der GKV-Spitzenverband untergräbt bewusst das Vertrauen der Patienten in Ärzte und Kliniken. Er stellt zugleich die sachlich gerechtfertigte, vom Gesetzgeber gewollte und geförderte Kooperation von Ärzten und Kliniken unter Generalverdacht. Das damit verfolgte Ziel ist unschwer zu erkennen: Politik und Öffentlichkeit sollen den Eindruck gewinnen, dass Versichertengelder missbräuchlich verwendet werden. Hier wären also noch Einsparpotenziale im System zu heben.
Gesundheit ist ein öffentliches Gut. Wer dieses dem Wettbewerb ausliefert und das System systematisch unterfinanziert, dies durch begrenzte Budgets oder durch Mehrleistungsabschläge u. a. noch verschärft, muss wissen was er tut. Wo die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel steht, wird mit harten Bandagen gekämpft. Da ist die Versuchung groß, sich Vorteile auf unlauterem Wege verschaffen. Wer auf Wettbewerb im Gesundheitswesen setzt, muss sich über die Risiken und Nebenwirkungen im Klaren sein. Die Empörung von GKV und Gesundheitspolitikern, die populistisch schärfere Sanktionen gegen Kliniken und Ärzte fordern, ist wohlfeil. Stattdessen sollten sie für Rahmenbedingungen sorgen, die Anreize für einen fairen Wettbewerb setzen! Damit wäre allen gedient: Patienten, Krankenkassen und Leistungserbringern.
