Evangelische Krankenhäuser…

umfassende Zuwendung.

Evangelische Krankenhäuser...

werteorientiert und wettbewerbsstark.

Evangelische Krankenhäuser…

christliche Nächstenliebe.

Evangelische Krankenhäuser…

ausbildungsstark in Medizin und Pflege.

Evangelische Krankenhäuser…

interprofessionelle Pflege.

Evangelische Krankenhäuser…

innovative Spitzenmedizin.

Evangelische Krankenhäuser…

zukunftssichere Versorgung.

Evangelische Krankenhäuser…

Seelsorge für ein würdiges Sterben.

Evangelische Krankenhäuser...

Qualität in Menschlichkeit und Medizin.

Evangelische Krankenhäuser…

engagiert und glaubensstark.

Evangelische Krankenhäuser…

respektvolle Lebensbegleitung.

Evangelische Krankenhäuser…

modernes Management.

Evangelische Krankenhäuser…

ganzheitlich Patienten orientiert.

Evangelische Krankenhäuser…

verstehende Kommunikation.

Evangelische Krankenhäuser…

starke Partner im Versorgungsnetzwerk.

Evangelische Krankenhäuser…

wirtschaftliche Solidität.

 
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Losungstext:
HERR, sei unser Arm alle Morgen, ja unser Heil zur Zeit der Trübsal!
Jesaja 33,2
Lehrtext:
Dem, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit.
Epheser 3,20-21
 
 

„Selbstbestimmung demenzkranker Patienten bewahren“

Berlin, 9. Mai 2017. Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband fördert mit einem Empfehlungspapier die Etablierung demenzsensibler Strukturen in seinen Mitgliedskrankenhäusern. Unter Mitwirkung einer Expertengruppe präsentiert der Verband sechs zentrale Überlegungen, die für demenzsensible Krankenhäuser unverzichtbar sind. Das Empfehlungspapier beschreibt, wie Mitarbeitende geschult und Prozesse gestaltet werden müssen, um für demenzkranke Patienten ein Höchstmaß an Selbstbestimmung zu erhalten und Komplikationen wie einem postoperativen Delir vorzubeugen. Darüber hinaus skizziert das Dossier Qualitätskriterien, die für eine demenzsensible Krankenhausbehandlung herangezogen werden können.

„Die Selbstbestimmung demenzkranker Patienten zu bewahren, ist eine zentrale und zunehmend wichtige Aufgabe für Krankenhäuser. Menschen mit Demenz können nicht wie andere Patienten behandelt werden – sie brauchen mehr Aufmerksamkeit, mehr Zeit und speziell geschulte Mitarbeitende in Medizin und Pflege, die sich mit ihren besonderen Bedürfnissen auseinandersetzen“, sagt der Vorsitzende des DEKV, Christoph Radbruch, und verweist auch auf die Refinanzierung der Leistungen: „Im DRG-System besteht an dieser Stelle dringender Nachbesserungsbedarf.“ Darüber hinaus könnten demenzsensible Strukturen und Prozesse auch Qualitätskriterien sein: „Faktoren wie eine verständnisorientierte Kommunikation, das Erkennen und adäquate Behandeln von Schmerzen und die Förderung der Lebensqualität müssen die vorhandenen Qualitätsindikatoren ergänzen. Dafür werden wir uns auch weiterhin einsetzen“, betont der DEKV-Vorsitzende.

Der DEKV engagiert sich mit dem Projekt „Wissenstransfer: Demenzsensibles Krankenhaus“ für die Etablierung demenzsensibler Strukturen in seinen Mitgliedseinrichtungen. Im Rahmen der Fachtagung „Nichts vergessen? – Auf dem Weg zum demenzsensiblen Krankenhaus“ am 9. und 10. Mai 2017 in Berlin veröffentlicht der Verband sein Empfehlungspapier dazu. Im Strategieforum am ersten Kongresstag diskutiert der DEKV mit mehr als 100 Teilnehmern aus Krankenhäusern, Politik, Wissenschaft und Patientenorganisationen die Herausforderungen einer demenzsensiblen Versorgung im Spannungsfeld politischer Vorgaben und wirtschaftlicher Notwendigkeiten. Am 10. Mai stellen evangelische Kliniken ihre Modellprojekte und Best Practice-Beispiele vor.

„Mit dieser neuen Plattform möchten wir den kollegialen Austausch unter evangelischen Krankenhäusern fördern, um gute Ideen und innovative Ansätze in die Breite der Krankenhausversorgung zu bringen“, unterstreicht Radbruch. „Eine hochwertige Versorgung vulnerabler Patienten ist den Krankenhäusern in christlicher Trägerschaft ein wichtiges Anliegen. Deshalb bemüht sich der DEKV verstärkt um Lösungen und politische gangbare Wege auch für eine sektorenübergreifende Versorgung.“ 

Das Projekt „Wissenstransfer: Demenzsensibles Krankenhaus“ wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Kooperationspartner ist die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Schirmherr des Projektes ist der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigte für Pflege, Karl-Josef Laumann.

Download_DEKV-Empfehlungspapier_Demenzsensibles_Krankenhaus

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Halbherziger Reformkompromiss

Berlin, 10.04.2017: Der lange Weg zur Pflegeberufereform ist noch nicht zu Ende. Ein Gutes wenigstens hat der jetzt gefundene Kompromiss auf den sich Unionsfraktionen und SPD auf den letzten Metern dieser Legislaturperiode doch noch geeinigt haben: Ein bisschen Reform wird auf den Weg gebracht. Ein Zurück hinter die Generalistik wird es nicht geben. - Die Entscheidung, ob die drei bisher getrennten Pflegeberufe und -ausbildungen durch eine neue gemeinsame Ausbildung und ein neues Berufsbild von Pflege, die sich unterschiedlich ausdifferenziert, abgelöst werden, fällt frühestens in acht Jahren. Sie wird von den Auszubildenden selbst getroffen, indem diese sich mehrheitlich für den generalistischen Abschluss entscheiden oder nicht. Der Politik fehlte anscheinend der Mut und ihr fehlte die Kraft, diese Entscheidung selber zu treffen. Das ist bitter, aber es spiegelt die Realität wieder. 

Die miteinander streitenden Positionen bestanden nicht zwischen den Koalitionspartnern, sondern waren jeweils in den eigenen Reihen zu lokalisieren. Der jetzt ausgehandelte Kompromiss bedient vor allem Partikularinteressen. Betreiber von Altenpflegeheimen können vorerst weiter mit niedriger entlohnten Fachkräften rechnen. Pädiater setzen weiterhin auf speziell, und deshalb angeblich besser ausgebildete Fachkräfte. Über die eindeutig und in beeindruckender Geschlossenheit vorgetragenen fachlichen und professionellen Argumente der Pflegenden selbst und ihrer Verbände sowie der Pflegewissenschaften setzt sich der Kompromiss dagegen hinweg.

Immerhin, der Einstieg in die Generalistik ist geschafft. Jedenfalls für die Gesundheits- und Krankenpflege. Die entsprechende Ausbildung wird künftig zur Berufsausübung in sämtlichen Tätigkeitsfeldern der Pflege qualifizieren und entsprechend vielfältige Berufsperspektiven eröffnen. Sie wird auch im europäischen Rahmen anschlussfähig sein. Beides wird auf die künftige Alten- und Kinderkrankenpflege nicht zutreffen. Man darf vermuten, dass das für die Attraktivität der spezialisierten Abschlüsse nicht förderlich sein wird. Entsprechend wird man diesen eine Entwicklung zu Auslaufmodellen vorhersagen können. Vermutlich wird es so weit sein nach der 2025 anstehenden Evaluation, wenn geprüft werden wird, wie viele Auszubildende sich für den generalistischen Abschluss entschieden haben.

Vorgesehen ist ab 2019 eine zunächst zweijährige generalistische Ausbildung, ehe dann nach einem weiteren Jahr ein generalistischer Abschluss oder ein spezialisierter Abschluss in der Alten- oder Kinderkrankenpflege erworben wird. Die zweijährige Ausbildungsphase soll durch eine Zwischenprüfung abgeschlossen werden, die zum Einsatz als Pflegeassistenz in allen Arbeitsbereichen qualifiziert. Damit ist jedoch bisher kein bundesweit anerkannter und insofern auch kein berufsqualifizierender Abschluss verbunden, wie ihn das vom Deutschen Evangelischen Krankenhausverband und vom Katholischen Krankenhausverband Deutschlands vorgeschlagene Konzept einer bundesweit anerkannten Assistenzausbildung vorsieht.

Ein weiterer Schwachpunkt der mit dem jetzigen Kompromiss angedachten zweijährigen Ausbildung: Sie differenziert weder hinsichtlich der Anforderungen noch hinsichtlich der Ausbildungsinhalte und der Ausbildungsziele nach unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen, Begabungen und Kompetenzen einerseits sowie künftigen beruflichen Anforderungen und unterschiedlichen Verantwortlichkeiten andererseits. Konkret ist zu befürchten, dass Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss überfordert werden oder die Anforderungen im dritten Ausbildungsjahr massiv erhöht werden müssen, um die über die Qualifizierung zur Assistenz hinaus erforderlichen Kompetenzen zu vermitteln.

Der lange Weg zur Pflegeberufereform ist noch nicht zu Ende. (NG)

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Gute Pflege verlangt genügend Fachkräfte – aber woher nehmen?

Berlin, 20.02.2017. Das Gegenteil von gut ist vielfach gut gemeint. Das scheint auch für die aktuell heiß diskutierten verbindlichen Vorgaben für den Einsatz von Pflegefachkräften in den deutschen Krankenhäusern zuzutreffen. Denn Vorgaben lassen sich leicht formulieren und vorschreiben – ohne Rücksicht darauf, ob sie überhaupt eingehalten werden können. In dieser Hinsicht aber stellt der akute Fachkräftemangel bereits ein größeres Problem dar als die ungesicherte Finanzierung zusätzlicher Stellen. Von daher erfordern verbindliche Anhaltszahlen notwendig und mit Priorität nachhaltige Maßnahmen zur Überwindung des Fachkräftemangels sowie Sicherstellung der Finanzierung des Personaleinsatzes.

Ohne Zweifel hat die Arbeitsverdichtung in den deutschen Kliniken gerade für das Pflegepersonal in den letzten Jahren massiv zugenommen. Im internationalen Vergleich sind die Stationen deutscher Kliniken mit deutlich weniger Pflegefachkräften besetzt als anderswo. Die Zahl der Überlastungsanzeigen steigt. Dass die Versorgungsqualität sich trotzdem auf hohem Level bewegt, muss allerhöchsten Respekt abnötigen. Damit dieser Level aber gehalten werden kann, muss dringend etwas geschehen, fordern Experten seit langem.

Erforderlich ist zweierlei: Zum einen müssen die Arbeitsabläufe und Prozesse weiter verändert werden mit dem Ziel, die Pflegekräfte zu entlasten und Zeit-, Ressourcen- und Motivationsfresser zu vermeiden. Der Dokumentationsaufwand etwa muss nachhaltig reduziert werden. Und das Potenzial digitaler Instrumente und Prozesse muss entschlossen genutzt und ausgeschöpft werden.

Doch das allein reicht nicht. Wir brauchen mehr Menschen, die sich motiviert und qualifiziert auf unterschiedlichen Kompetenz- und Verantwortungsniveaus der immer komplexer und anspruchsvoller werdenden Versorgung der zunehmend älter werdenden Patientinnen und Patienten widmen und es dabei auch an menschlicher Zuwendung nicht fehlen lassen.

Vor allem unter dem Gesichtspunkt der Risikominimierung, der Vermeidung von Überlastung und der Reaktionsfähigkeit auf außergewöhnliche Anforderungen sollte in bestimmten Versorgungskonstellationen immer genügend Personal zur Verfügung stehen. Entsprechende, von der Zahl eingesetzter Fachkräfte abhängige Wirkungszusammenhänge sind vielfach nachgewiesen und finden ihren Ausdruck z.B. in sogenannten Nurse-to-Patient-Ratios. Unter Verweis auf internationale Vorbilder, wie sie etwa eine aktuelle, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie darstellt, wird die verpflichtende Vorgabe entsprechender Anhaltszahlen nun auch für deutsche Kliniken gefordert.

Solche Vorgaben greifen aber zu kurz, wenn die zu ihrer Umsetzung benötigten Fachkräfte am Arbeitsmarkt oder in der Region überhaupt nicht zur Verfügung stehen. Kliniken, die die Vorgaben aus diesem Grunde nicht oder nicht kurzfristig erfüllen können, müssten die Versorgung betroffener Patienten einstellen oder einschränken. Und es ist keineswegs ausgemacht, dass andere Kliniken in erreichbarer Entfernung einspringen könnten. Vielmehr wären Versorgungsengpässe und –ausfälle programmiert. Und das umso mehr, wenn etwaige Vorgaben pauschal und undifferenziert ausgestaltet wären.

DEKV-Pressestatement zum Thema Personalbedarfsbemessung

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Krankenhauspolitik 2017: Mutige Schritte sind gefragt

Berlin, 19. Dezember 2016: Vieles lässt sich über das Jahr 2016 sagen – langweilig war es ganz sicher nicht. Das gilt auch für den Bereich der Krankenhauspolitik. Die Bundesregierung hat einige krankenhausrelevante Gesetze auf den Weg gebracht, aber nicht alle wurden verabschiedet. Mit dem Gesetz  zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) hat der Gesetzgeber im November dieses Jahres absehbare Fehlentwicklungen korrigiert und einige echte Verbesserungen im Bereich der psychiatrischen Versorgung ermöglicht, etwa stationsäquivalente Behandlungen im häuslichen Umfeld. Gleichzeitig wurde die Definition fester Personalvorgaben vorgeschrieben, um eine hohe Versorgungsqualität sicherzustellen. Was aber, wenn z.B. gar nicht genügend Fachkräfte bereitstehen, um entsprechende Stellen zu besetzen?

Gerade in der Pflege fehlen qualifizierte Arbeitskräfte, und der Mangel nimmt zu. Nicht zuletzt um die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern hat das Bundesgesundheitsministerium gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium den Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Pflegeberufe initiiert, das durch eine generalistische Ausbildung den Pflegeberuf zukunftsfähig aufstellen und die EU-weite Anerkennung des Abschlusses garantieren soll. Dieses Gesetz wurde noch immer nicht vom Bundestag verabschiedet. Man kann nur hoffen, dass die Abgeordneten letztlich doch erkennen, wie wichtig diese Reform ist, und dass die Stärkung des Pflegeberufs höher gewertet werden muss als finanzielle Interessen der Gegner des Gesetzes, die eine Anhebung der Löhne in der Altenpflege befürchten. Der DEKV wird sich weiterhin für die Reform  der Pflegeberufe und die Generalistik einsetzen– im Interesse der Pflegenden und auch der Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern.

Spannend wird es 2017 auch im Hinblick auf die Umsetzung der mit dem Krankenhausstrukturgesetz eingeleiteten Qualitätsinitiative, die das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen im Auftrag des Der Gemeinsame Bundesausschuss hat kurz vor Weihnachten erste planungsrelevante Qualitätsindikatoren für den Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe festgelegt. Zweifel, ob dieser eingeschlagene Weg zum Ziel führt, sind aber angebracht und werden immer stärker. Lassen einige wenige Indikatoren wirklich ein fundiertes Urteil über die Qualität einer ganzen Fachabteilung zu? Zielführender wäre es und würde unmittelbar Wirkung entfalten, wenn die Politik den Krankenhäusern bessere Rahmenbedingungen schaffen würde, um qualitativ hochwertige Leistungen erbringen zu können.

Evangelische Kliniken werden auch weiterhin mit Fachkompetenz und Menschlichkeit ihren Versorgungsauftrag umsetzen. Dabei steht das Wohl der Patientinnen und Patienten für sie an erster Stelle. Da die Einrichtungen für eine optimale Patientenversorgung verlässliche und förderliche Rahmenbedingungen brauchen, wünschen wir uns als Fachverband der evangelischen Krankenhäuser in Deutschland von der Politik den Mut, im neuen Jahr endlich die drängendsten Probleme anzupacken. Krankenhäuser brauchen die generalistische Pflegeausbildung, um zukünftig genügend gut qualifizierte Fachkräfte zu finden. Sie brauchen Entscheidungen, die geeignet sind, die Qualität in der Patientenversorgung direkt zu fördern – und keine Instrumentalisierung des Qualitätsthemas, um Kliniken zu schließen in der Hoffnung, dass die Qualität in den dann verbleibenden automatisch steigen wird. Nicht zuletzt muss der Investitionsstau endlich beseitigt und die Investitionsfinanzierung auf ein solides Fundament gestellt werden. Die Chance, die Krankenhaus-Investitionsfinanzierung in die Neuregelung des Länderfinanzausgleichs einzubeziehen, etwa über die Vereinbarung  einer Mindest-Investitionsquote der Länder für die Krankenhäuser, wurde leider verpasst.

Mit Spannung schauen die evangelischen Krankenhäuser auf die Herausforderungen des kommenden Jahres. Es gibt viel zu tun – packen wir’s gemeinsam an.

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Was macht eine gute Klinik aus?

Berlin, 24. Oktober 2016. Zwei aktuelle Veröffentlichungen belegen: Es kommt auf den Blickwinkel an, wo Patienten die beste klinische Versorgung finden. Im neuesten Focus Klinik-Ranking liegen Unikliniken, wie bereits in den Vorjahren, im gesamtdeutschen Vergleich auf den vorderen Plätzen. Auch evangelische Krankenhäuser sind unter den Top 100 zu finden. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Witten/Herdecke dagegen zeigt, dass der Grad der Patientenzufriedenheit u. a. von der Trägerschaft einer Klinik abhängt, und dort schneiden kirchliche Krankenhäuser deutlich am besten ab.

Universitätskliniken stehen für Spitzenmedizin, für Fortschritt und Innovation sowie für Expertise gerade auch für besonders schwere Erkrankungen und riskante Fallkonstellationen. Die entsprechende medizinische Kompetenz hat für das Focus-Ranking besonderes Gewicht. Insofern verwundert das Ergebnis nicht. Für die meisten Erkrankungen ist eine Behandlung in einer Universitätsklinik aber gar nicht erforderlich. Den 35 deutschen Universitätskliniken stehen mehr als 1 900 andere Krankenhäuser gegenüber. Was macht deren Qualität aus?

Die erwähnte Studie der Universität Witten/Herdecke analysiert den Zusammenhang zwischen verschiedenen Merkmalen von Krankenhäusern und dem Grad der Patientenzufriedenheit (Kraska/Weigand/Geraedts 2016). Die Ergebnisse belegen u. a. eine deutliche Korrelation zwischen der Patientenzufriedenheit und der personellen Ausstattung sowie der Prozess- und die Ergebnisqualität, was nicht überrascht. Sie belegen aber auch einen klaren Zusammenhang zwischen dem Grad der Patientenzufriedenheit und der Trägerschaft einer Klinik.

Die Untersuchung zeigt, dass in nicht-profitorientierten Häusern, d. h. in Krankenhäusern gemeinnütziger oder öffentlicher Träger, die allgemeine Zufriedenheit sowie die Bewertung der pflegerischen Qualität tendenziell überdurchschnittlich ausgeprägt sind. Konfessionelle Häuser schneiden in der allgemeinen Zufriedenheit und der medizinischen Versorgung noch besser ab als Häuser öffentlicher Träger. Damit liegt die Vermutung nahe, dass die feinen Unterschiede in Häusern gemeinnütziger Träger von den Menschen durchaus intensiv wahrgenommen werden.

Was also macht eine gute Klinik aus, und wie können Patienten eine für sie optimal geeignete Einrichtung finden? Befragungen, Qualitätsberichte, Rankings und Studien können wertvolle Hinweise und Orientierung geben. Eine universell gültige Antwort auf diese Frage gibt es jedoch nicht. Im Idealfall können Patienten selbst entscheiden, was ihnen wichtig ist und in welcher Klinik sie sich behandeln lassen möchten. Evangelische Krankenhäuser pflegen eine ganzheitliche Sicht auf die Patienten und sehen ihren medizinisch-pflegerischen Auftrag sowie die seelsorgerische und spirituelle Begleitung als wichtige Ausdrucksform gelebter Nächstenliebe. Patienten, für die eine solche Haltung wichtig ist, werden sich tendenziell eher für ein evangelisches Haus entscheiden.

Ein wesentliches Ergebnis der Studie der Universität Witten/Herdecke ist: Es ist nicht gleichgültig, in welcher Trägerschaft ein Krankenhaus geführt wird. Deshalb gilt es, die Trägervielfalt in der deutschen Krankenhauslandschaft zu schützen und zu fördern. Evangelische Einrichtungen rüsten sich mit Kooperationen, Verbundbildungen und Spezialisierungen für die Zukunft. Von Seiten der Politik brauchen sie Unterstützung in Form von ausreichender, fairer und trägerunabhängiger Finanzierung. Die Autoren der Studie raten dazu, die Perspektive der Patienten generell als ein wichtiges Qualitätskriterium im Bereich der Krankenhausversorgung anzuerkennen.

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Hauptsache gut erreichbar oder: Welche Klinik ist entbehrlich?

Berlin, 29. September 2016. Mit dem Krankenhausstrukturgesetz ist der Aspekt der guten Erreichbarkeit als neues Kriterium für die Sicherstellung einer bedarfsnotwendigen Krankenhausversorgung gesetzlich verankert worden. Wobei sich der Gesetzgeber nicht festgelegt hat, wann dieses Kriterium erfüllt ist. Entsprechende Minutenwerte und ggfs. weitere maßgebliche Faktoren, z. B. ob ein privater PKW benutzt wird oder öffentliche Verkehrsmittel, soll die Selbstverwaltung, also der Gemeinsame Bundesausschuss, festlegen. Was wieder einmal die Frage aufwirft, ob dieses Gremium in einer solchen Frage eigentlich die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vertritt und überhaupt vertreten kann.

Die Krankenkassen haben kürzlich einen Kliniksimulator vorgestellt. Man braucht auf dem entsprechenden Internetportal nur den Namen einer Klinik einzugeben und erhält sofort Auskunft, was im Falle ihrer Schließung passieren würde: welche Kliniken in der Nähe die Versorgung übernehmen könnten und wie sich die Fahrzeit zur nächsten Klinik verändern würde. Das Ergebnis überrascht nicht: Die Krankenhausdichte in Deutschland ist hoch genug, um das Ausscheiden nahezu jeder Klinik zu kompensieren. Die durchschnittlichen Fahrzeiten würden sich nur minimal erhöhen. Mit wenigen Ausnahmen wäre die nächste Klinik der Grundversorgung auch dann innerhalb von 30 Minuten erreichbar. Die Botschaft der Krankenkassen ist offensichtlich: Die Politik solle entschlossen darauf hinwirken, die Zahl der Kliniken deutlich zu reduzieren.

Kriterium für die Bedarfsnotwendigkeit eines Krankenhauses war bisher in rechtlicher Hinsicht die Aufnahme in den Krankenhausplan eines Bundeslandes i.V.m. der Inanspruchnahme des Hauses seitens der Bürgerinnen und Bürger. Für das Land ergibt sich die Bedarfsnotwendigkeit durch den zu erwartenden Versorgungsbedarf der Bevölkerung, abhängig von demografischen, epidemiologischen, soziologischen, geografischen, infrastrukturellen und vielen weiteren Faktoren. Die Erreichbarkeit einer Klinik mit dem PKW spielt dabei bisher, wenn überhaupt, eine untergeordnete Rolle.

Es ist gerechtfertigt, in Zeiten knapper Mittel die Kriterien zur Feststellung der Bedarfsnotwendigkeit zu überdenken und ggfs. neu zu bestimmen. Angesichts der gewachsenen Mobilität der Bevölkerung darf der Erreichbarkeit einer Klinik höhere Bedeutung zukommen als in der Vergangenheit. Dennoch muss dieses Kriterium weiterhin nachrangig sein. Denn wo viele Menschen auf engem Raum leben, sind mehr Kliniken zur Versorgung notwendig als in dünn besiedelten Regionen. Und diese bedarfsnotwendigen Kliniken können durchaus eng benachbart sein. Das Kriterium der Erreichbarkeit wird seine Wirksamkeit ohnehin nur außerhalb von Ballungsgebieten entfalten – und die für diese Regionen typischen infrastrukturellen Probleme verstärken.

Instrumente wie der Kliniksimulator sollen suggerieren, dass Klinikschließungen unproblematisch sind. Doch eine am Versorgungsbedarf und an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientierte Gesundheitspolitik und Krankenhausplanung darf es sich nicht so einfach machen. Sie muss dafür sorgen, dass es Kliniken dort gibt, wo sie gebraucht werden - auch unter dem Gesichtspunkt, Regionen durch eine entsprechende Infrastruktur gezielt zu entwickeln und zu stabilisieren. Vermutlich müsste aus dieser Perspektive eine größere Zahl an Krankenhäusern neu errichtet werden, die dann bestehende ersetzen würden. Außerdem müsste sichergestellt werden, dass die Patientinnen und Patienten weiterhin zwischen Kliniken mit unterschiedlichen Versorgungsangeboten wählen können. Diesen Aspekt, realisiert in der Trägervielfalt, blenden die erreichbarkeitsorientierten Versorgungsszenarien völlig aus.

Dass eine bedarfsorientierte Krankenhausplanung, die diesen Namen verdient, selbstverständlich durch eine entsprechende Finanzierung flankiert werden muss, ist an dieser Stelle eine leider notwendige Erinnerung.

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Hermann Gröhe würdigt „ganzheitliche Zuwendung für Leib und Seele“

Berlin, 29. Juni 2016. Anerkennung und Ermutigung zur Innovation waren zentrale Elemente der prominenten Redner bei der CKiD-Jahrestagung am 21. und 22. Juni 2016. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe betonte, es sei gerade im Angesicht der steigenden Anzahl demenzieller Erkrankungen äußerst wichtig, die „Würde des Menschen nicht auf seine intellektuellen Fähigkeiten zu reduzieren“. Prof. Dr. Eckard Minx, Vorstandsvorsitzender der Daimler und Benz Stiftung, rief die Klinikverantwortlichen auf, sich für neue Denkmuster, Konzepte und Prozesse zu öffnen: der technologische Fortschritt in Richtung Industrie 4.0 verlange, gewohnte Denkpfade zu verlassen und sich vertrauten und neuen Problemstellungen mit völlig neuen Herangehens-weisen zu nähern. Karl-Josef Laumann, der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, bezeichnete sich als „Fan christlicher Kliniken“.

Qualitätsdebatte selbstbewusst mitgestalten
Minister Hermann Gröhe betonte in seiner Rede insbesondere die Alleinstellungsmerkmale konfessioneller Krankenhäuser. Dort würden Patienten ganzheitlich betrachtet und von Menschen behandelt, die sich selbst an christlichen Werten orientierten. Er plädierte dafür, die daraus erwachsende Motivation und Haltung der Krankenhausmitarbeiter und auch der freiwillig Engagierten in den Einrichtungen kontinuierlich zu würdigen. Darüber hinaus rief er die konfessionellen Kliniken dazu auf, die „Qualitätsdebatte selbstbewusst mitzugestalten“ und die Verbundbildung weiter voranzutreiben, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundeausschusses, konkretisierte dies im Blick auf die nach ihrer Überzeugung künftig notwendige Ausrichtung und Steuerung der Versorgungsqualität auf bzw. durch „value based evidence“ – wertebasierte Evidenz.

Mit Offenheit und Mut in die Zukunft gehen

Mit der Gestaltung der Zukunft beschäftigte sich besonders pointiert Eckard Minx. Er skizzierte die Entwicklung computergesteuerter Roboter, die menschliche Handlungen ausführen können, und selbst lernender Computersysteme, die alleine durch ihre Programmierung in der Lage sind, Erfahrungen auszuwerten und sich eigenes Wissen anzueignen. Führe man diese beiden Prozesse zusammen, entstünden Roboter mit menschenähnlichen kognitiven und motorischen Fähigkeiten – dies bedeute eine nicht zu unterschätzende Revolution für die menschliche Gesellschaft und insbesondere für die Wirtschaft. „Wer die Welt morgen gestalten will, muss sie heute verstehen“, lautet das Credo von Minx. Er ermutigte die Klinik-Manager zu Innovationsfreude und einem von Offenheit geprägten, völlig anderen Denken, um mit dem rasanten technologischen Fortschritt mithalten und neue Entwicklungen hervorbringen zu können.

Gerechte Entlohnung der Mitarbeiter als zentrale Stärke anerkennen

Karl-Josef Laumann rief die konfessionellen Krankenhäuser, deren „Fan“ er sei, ebenso wie Gröhe zu einer stärkeren ökumenischen Verbundbildung auf. Außerdem forderte er mehr Transparenz hinsichtlich der Behandlungsqualität: Angaben zur Qualität der erbrachten Leistungen sollten für die Patienten auf den Websites der Einrichtungen besser auffindbar und nachvollziehbar sein. Gleichzeitig betonte er, dass die Entlohnung der Mitarbeiter in kirchlichen Häusern positive Auswirkungen auf das Gehaltsniveau und die Tarifbindung in den jeweiligen Regionen habe. 

Erfolgreich bleiben mit Innovationsfreude und christlichem Profil

Im Rahmen der CKiD-Jahrestagung 2016 wurde auch erstmalig die Studie „Kirchliche Krankenhäuser im strategischen Wandel“ der TU Dortmund und der TU Berlin präsentiert. Die Ergebnisse zeigen, dass konfessionelle Träger in weiten Teilen bewusst auf Innovationen setzen, um die Versorgungsqualität für ihre Patienten zu erhöhen. Die Umsetzung und Erkennbarkeit des christlichen Profils nimmt ebenfalls einen zentralen Stellenwert ein. Angesichts der aktuellen Herausforderungen, vor denen die kirchlichen Krankenhäuser stehen, bestätigt die Studie: Wenn eine vorausschauende Unternehmensstrategie, Innovationsbereitschaft und die Ausrichtung an christlichen Werten zusammenkommen, sind das beste Voraussetzungen, um auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Informationen und Fotos zur CKiD-Jahrestagung 2016 und Ergebnisse der Studie

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Evangelische Krankenhäuser in Deutschland:





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